Zensursula | Scatterd - Part 2

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Was sollte der netzaffine Bürger zur Bundestagswahl wählen?

Markus von dem bekannten Netzpolitik Blog hat sich die Arbeit gemacht und mal heraus gefiltert, wie die Parteien zu Themen wie Vorratsdatenspeicherung, Zensur im Netz und vielen anderen Kernpunkten moderner Medien stehen. Dieser Artikel bietet also eine gute Übersicht für diejenigen, die sich noch einen Überblick vor der Wahl schaffen wollen. Ich habe hier mal eine grobe Übersicht für euch:

Analog Oldies: CDU, SPD (kann man hier schon von analogen Menschen reden oder sind die CDU’ler noch eine Stufe zurück?)

Digital Natives: Piraten (ein wenig Überschneidung bieten hier noch die Grünen sowie die Linke. Aber wir wollen ja nicht zu viel Verwirrung schaffen.)

Regierung contra Internet

Auf diesem Wege möchte ich euch 2 wirklich lesenswerte Artikel ans Herz legen.

Der erste Artikel liegt bei SpiegelOnline. Es geht -wer hätte es anders gedacht- um die vielmals umstrittenen Internetfilter, auch Netzsperren genannt. Keiner der “Internetausdrucker” hätte damals geahnt, welche Ausmaße das ganze annehmen würde.

Streit um Internet-Filter – Die Generation C64 schlägt zurück

Der zweite Artikel kommt vom Weblog des Handelsblatt, und zwar aus der Feder (wenn man es bei der Modernisierung noch so nennen darf) von Thomas Knüwer. Dieser stellt auf eine sehr klare und sachliche Weiße klar, was die momentan Lenkenden für einen Mist verbocken. Angefangen bei Ursula von der Leyen (bei uns Freaks auch Zensursula genannt) über DJ Guttenberg bis hin zu unserem geschätztem Innenminister Wolfgang “Belausche” Schäuble.

Bundesregierung vs. das Internet – die nächste Eskalationsstufe

Zensursula bei einer Wahlkampfrede in Wedel

Wer fleißig Pain’s Blog liest, dem wird heute auch folgender Post über Ursula von der Leyen aufgefallen sein. Diese war gestern zu Gast in Wedel und hat sich für ihre Partei eingesetzt. Natürlich war das Thema Netzsperren mit von der Partie. Und natürlich waren passend dazu auch nicht wenige Piratenparteimitglieder sowie Zensurgegner vorhanden, die genau das gleiche Ziel hatten wie Pain: Der Zensursula endlich mal zu zeigen, wie sinnlos die Netzsperren eigentlich sind und dass man als Netzaktivist nicht unbedingt ein Pädophiler ist.

Glücklicherweise hat Alex (Pain) die ganze Sache auf Video aufgezeichnet und es auf Youtube hochgeladen. Achja, ich liebe die modernen Medien! Man braucht gar nicht vor Ort gewesen zu sein und kann sich trotzdem noch über die Rede ärgern. Aber schaut euch selbst das Gräuel an (Achtung, falls ihr gerade nicht guter Laune seid und nicht wollt, dass die Laune noch tiefer sinkt, haltet euch von der Rede fern):

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=YvKJ706vz4A[/youtube] [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=bV5W0YWgp0A[/youtube]

Einen weiteren Bericht von der Veranstaltung findet ihr auf Malte Huebner’s Blog.

[via The PaiN]

Mir wird schlecht…

… wenn ich mir diese Farce angucken muss:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=PCt1DI5dBTI[/youtube]

Ich meine, was denkt sich diese Frau? Mir tun wirklich die Deppenklatscher leid, die bei der Nase herum geführt werden! Aber was können die schon dafür? Die Ursel verpackt ihre Show wirklich gut, muss man sagen. Aber leider gibt es da noch eine Generation, die es sich leider nicht gefallen lassen lässt. Das sind WIR!

Mit diesen kurzen Worten verabschiede ich mich und lasse euch mit eurer Wut über diese Politikerin alleine.

[via, Netzpolitik]

Ein Verhaltenskodex fürs Internet? Gibts doch schon…

Was hört man nicht alles von der CDU, besonders von der von der Leyen. Ihre neueste Idee ist ein Verhaltenskodex für das Internet. Es kann nicht sein, so sagt die Ursula, dass Mobbing im Internet einfach so toleriert wird. Weiterhin sei es problemlos möglich, dass sich ältere Menschen sich in Chats einloggen und sich als junge Burschen ausgeben und mit einem jungen Mädel quatschen und möglicherweise böse Absichten haben.

Zu der Idee mit dem Verhaltenskodex hätte ich jetzt 2 Theorien: Die eine besagt, dass die CDU vor der Wahl auf Stimmfang gehen will. Die andere und damit zweite Theorie besagt, dass die Politiker keine Ahnung haben. Denn wären die Politiker etwas versierter im Netz (kleiner Denkanstoß zwischendurch: Senioren ans Netz!) so wüssten sie, dass es schon seit den Anfängen der Foren eine so genannte Netiquette in Internetforen gibt. Benimmt sich jemand daneben, so wird er einfach vom Forum verwiesen. Schließlich hat der Forenbetreiber auch keine Lust auf rechtliche Probleme. Da ich selber Moderatoren in einem großen Forum bin, habe ich schon öfter mit so manchen Kiddys Probleme gehabt.

Zum anderen würde ich mal gerne auf diese These von Frau v. d. Leyen eingehen: “Mobbing im Netz kann nicht toleriert werden“. Ach, und im “Real Life”, wie wir Internetfreaks sagen, ist das erlaubt? Wie oft passiert es denn auf den deutschen Schulhöfen, dass schwächere Kids von halbstarken Möchtegern-Schlägern runter gemacht werden? Das passiert dort tag-täglich und niemand unternimmt etwas, noch nicht einmal eine Lehrkraft. Klar gibt es auch Ausnahmen, aber weitestgehend läuft es doch so ab. Alle Amokläufer der deutschen Schulen waren Schüler, die von den Mitschülern seelisch kaputtgemacht, sprich gemobbt wurden. 100 % der Amokläufer gehen zur Schule, verbietet die Schule?!

Malen wir uns doch mal die echte Welt so aus, wie sich die CDU die virtuelle Welt vorstellt: Alles ist mit rosa Plüschfutter ausgekleidet, damit man sich ja nicht verletzt. Alles, was anderen und sich selbst Schaden zufügen kann, wird verboten. Außerdem muss noch ein Eimer rosa Farbe geholt werden, damit man Laternenpfosten und alles andere rosa Streichen kann. Seht durch die rosarote Brille! Als ich ein kleines Kind war musste ich mich an die Realität anpassen, nicht die Realität an mich!

Also welche von meinen Theorien am Anfang ist die richtige? Naja, beide halt.

ZDF nimmt Umfrage zu Netzsperren vom Netz

Urplötzlich ist sie verschwunden, die Umfrage auf heute.de. Von welcher Umfrage rede ich? Natürlich von der Umfrage, ob die neulich vom Bundestag abgesegneten Netzsperren sinnvoll sind oder nicht. Wie man auf dem Screenshot sehen kann, hat die “Nein, überhaupt nicht sinnvoll”-Seite mit 97 % gewonnen. Es wurden ca. 185.519 Stimmen abgegeben, also knapp 179.000 Stimmen für “Die Sperrungen bringt überhaupt nichts”. Für mich ist ja schon alleine die Formulierung ziemlicher Käse. Angebrachter wäre eine Antwort wie “Die Sperrungen erachte ich für nicht sinnvoll.” oder im Zuge der anderen Antwort “Die Sperrung ist der falsche Schritt.”. Aber das nur nebenbei.

Jedenfalls ist genau diese Umfrage nun zu Anfang kommentarlos gelöscht worden, wie man bei TextundBlog lesen kann. Nun ist zwar ein Kommentar bzw. eine Stellungnahme vom ZDF.heute Team veröffentlicht worden, die aber nur bedingt tröstet. In der Stellungnahme heißt es von heute, dass man Verdacht auf eine Manipulation habe, und somit die Umfrage schließen musste / wollte. Klar, der Gedanke liegt nahe, da ca. 185-tausend Klicks nicht gerade wenig sind. Da wird auch gerne mal der Bezug zur ePetition von Franzi Heine gezogen. Doch dieser Vergleich hinkt, da die ePetition eine Registrierung erfordert, die Umfrage aber nicht. Wenn man dann noch bedenkt, dass diese Umfrage durch das Twitternetz gejagt wurde, wo sowieso mindestens 95 % gegen die Netzsperren sind, braucht man sich über das Ergebnis eigentlich nicht mehr sehr wundern bzw. Manipulation als Argument hervorbringen. Wenn man dann noch auf Wolfram Alpha nachguckt, wie viele Klicks die heute.de Seite hat, ist das Argument Manipulation eigentlich ganz neutralisiert worden (es sind ca. 500k PV und 280k Unique Visitors pro Tag). Auch ich gehe eigentlich nie auf heute.de, doch habe abgestimmt. Wie ich darauf gekommen bin? Durch einen Tweet.

Man mag ja glauben was man will, aber für mich klingt das trotz der Stellungnahme vom heute-Team doch ziemlich merkwürdig. Warum hat man nicht einfach sofort einen Kommentar geschrieben, als die Umfrage gelöscht wurde? Warum wurde die Nein-Antwort so ungeschickt formuliert? Warum sind Politiker der CSU und SPD im Aufsichtsrat des Senders?

Fragen über Fragen, die Antwort werden wir wohl nie erfahren. Zum Glück gibts aber (noch) die freie Meinung :)

Die Internetzensur-Debatte – und meine Meinung!

Unter den jungen Menschen unter euch (und das dürften die meisten sein) ist das Ding schon längst Gesprächsthema Nummer 1: Die Internetzensur und die Diskussionen rund um das Thema. Für die Älteren unter euch, die da was nicht mitbekommen, fasse ich nochmal kurz zusammen, was die Politik unter der Internetzensur versteht.

Die Regierung hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der vorsieht, so genannte DNS-Sperren für Internetseiten mit kinderpornographischen Inhalt einzurichten. Grob gesagt würde vor jeder “KiPo”-Seite ein virtuelles STOP-Schild aufgestellt werden. So war der eigentliche Plan. Im Laufe der Zeit wurde das Gesetz noch erweitert und umfasst nun eine entscheidende Änderung: Jeder Zugriff auf eine kinderpornographische Seite wird mitgeloggt und die IP an das BKA übermittelt. Das heißt konkret: Falls euch jemand einen Streich spielen möchte, sodass ihr möglicherweise eine Hausdurchsuchung habt, ist es nur nötig eine Grafik der gesperrten Seite irgendwo anders einzubinden. Falls du dann auf diese Seite mit der eingebundenen Seite landest, wird auch das Bild der gesperrten Seite geladen und deine IP geloggt. In diesem Falle dürfte die Polizei gegen dich ermitteln, obwohl du rein gar nichts kriminelles getan hast. Auch wenn du vermeintlich auf eine gesperrte Seite gehst und sie anschließend wieder ganz schnell verlässt, kann das eine Verfolgung zur Folge haben. Erschreckende Geschichte oder? Aber so oder so in etwa könnte es bei klein Meier ausschauen.

Die ganz wachen Augen unter euch haben eventuell auch von der Onlinepetition Wind bekommen, die erst vor einigen Tagen eröffnet wurde und schon das Mindestmaß von 50.000 Mitzeichnern erreicht hat. Krasse Sache. Im Moment, in dem ich diesen Artikel schreibe, steht die Anzahl an Unterzeichnern bei 64.427. Das ist eine ganze Menge! Die Onlinepetition ist übrigens dafür, keine STOP-Schilder im Netz aufzustellen. Wie, was?! Über 50.000 Leute im Internet wollen KiPo-Seiten im Netz behalten? Kranke Leute diese Internetfreaks. Doch halt! Da wurde wohl einiges missverstanden, vor allen, wenn man die Beschreibung der Petition nicht richtig durchgelesen hat, wie z.B. der gute Herr von und zu Guttenberg. Er machte bei einem Interview der Tagesthemen folgende Aussage:

Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben. Das ist nun wirklich einer der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht.

Da hat wohl einer nicht richtig gelesen, wenn er überhaupt einmal auf die ePetition geblickt hat. Die Petition gegen die Aufstellung von STOP-Schildern im Internet, ja. Aber nicht gegen die Sperrung von kinderpornographischen Internetseiten. Die Petition kritisiert lediglich die Durchführung der Sperren. DNS-Sperren sind so gut wie wirkungslos. Landet man bei einem STOP-Schild wird 2 Seiten weiter doch erklärt, wie man diese umgeht. Das dauert nicht lange und kann sogar ein Laie. Wie wäre es denn, wenn das BKA die ganze Energie, die in die Ermittlung von versehentlich auf STOP-Schild-Seiten gelangene User darein stecken würde, die Server der zu sperrenden Seiten zu beschlagnahmen und vom Netz zu nehmen? Wäre das nicht viel wirkungsvoller? Meiner Meinung nach ja. Was weg ist, ist weg.

Ich danke für ihre Aufmerksamkeit.

P.S.: Hier findet ihr übrigens alle Videos zu Bundestagsdebatte der Internetzensur. Achja: Die Zensursula, Ursula von der Leyen, war übrigens nicht bei der Debatte und hat sich verzogen.

P.P.S.: Und hier findet ihr ein Interview eines Missbrauchsopfer, dem diese Debatte auch nicht gut tut. Ein weiterer Beweis dafür, wie ignorant die jetzige Regierung doch ist.

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