Cdu | Scatterd - Part 2

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Ein Verhaltenskodex fürs Internet? Gibts doch schon…

Was hört man nicht alles von der CDU, besonders von der von der Leyen. Ihre neueste Idee ist ein Verhaltenskodex für das Internet. Es kann nicht sein, so sagt die Ursula, dass Mobbing im Internet einfach so toleriert wird. Weiterhin sei es problemlos möglich, dass sich ältere Menschen sich in Chats einloggen und sich als junge Burschen ausgeben und mit einem jungen Mädel quatschen und möglicherweise böse Absichten haben.

Zu der Idee mit dem Verhaltenskodex hätte ich jetzt 2 Theorien: Die eine besagt, dass die CDU vor der Wahl auf Stimmfang gehen will. Die andere und damit zweite Theorie besagt, dass die Politiker keine Ahnung haben. Denn wären die Politiker etwas versierter im Netz (kleiner Denkanstoß zwischendurch: Senioren ans Netz!) so wüssten sie, dass es schon seit den Anfängen der Foren eine so genannte Netiquette in Internetforen gibt. Benimmt sich jemand daneben, so wird er einfach vom Forum verwiesen. Schließlich hat der Forenbetreiber auch keine Lust auf rechtliche Probleme. Da ich selber Moderatoren in einem großen Forum bin, habe ich schon öfter mit so manchen Kiddys Probleme gehabt.

Zum anderen würde ich mal gerne auf diese These von Frau v. d. Leyen eingehen: “Mobbing im Netz kann nicht toleriert werden“. Ach, und im “Real Life”, wie wir Internetfreaks sagen, ist das erlaubt? Wie oft passiert es denn auf den deutschen Schulhöfen, dass schwächere Kids von halbstarken Möchtegern-Schlägern runter gemacht werden? Das passiert dort tag-täglich und niemand unternimmt etwas, noch nicht einmal eine Lehrkraft. Klar gibt es auch Ausnahmen, aber weitestgehend läuft es doch so ab. Alle Amokläufer der deutschen Schulen waren Schüler, die von den Mitschülern seelisch kaputtgemacht, sprich gemobbt wurden. 100 % der Amokläufer gehen zur Schule, verbietet die Schule?!

Malen wir uns doch mal die echte Welt so aus, wie sich die CDU die virtuelle Welt vorstellt: Alles ist mit rosa Plüschfutter ausgekleidet, damit man sich ja nicht verletzt. Alles, was anderen und sich selbst Schaden zufügen kann, wird verboten. Außerdem muss noch ein Eimer rosa Farbe geholt werden, damit man Laternenpfosten und alles andere rosa Streichen kann. Seht durch die rosarote Brille! Als ich ein kleines Kind war musste ich mich an die Realität anpassen, nicht die Realität an mich!

Also welche von meinen Theorien am Anfang ist die richtige? Naja, beide halt.

Wer ist denn jetzt der Sündenbock? Killerspieler oder Schützen?

Als ich heute die Zeitung aufschlug, sprang mir ein interessanter Artikel ins Auge, den ich natürlich sofort lesen musste. Es ging in dem Artikel um die Verschärfung des Waffenrechts, was bei einigen Schützenvereinen und Sportschützen natürlich auf wenig Anklang stößt. So sind viele sehr empört darüber und meinen, dass nun sie die Sündenböcke für die Amokläufe seien und dass es schwarze Schafe doch immer gäbe, unabhängig davon, ob das Waffengesetz nun verstärkt werde oder nicht. Bis hier hin erst einmal.

Ich finde das schon recht amüsant. Euch ist doch sicher auch noch die Killerspieldebatte im Kopf, oder? Dort wird vor allen der virtuelle Gebrauch der Waffe angekreidet. Es geht sogar soweit, dass “Killerspiele” ganz vom deutschen Markt verschwinden sollen. Viele, auch bestimmt die Schützenvereine, fanden diese Änderung sicherlich wünschenswert. Bloß reagieren selbige, die vorher noch fleißig die CDU gewählt haben, sehr sensibel darauf, wenn man ihnen ihre reale Waffe wegnimmt. Das ist einfach nur köstlich anzusehen.  :)

Doch was sieht das neue Waffengesetz denn eigentlich vor? Unter anderem werden verdachtsunabhängige Kontrollen vorgenommen. Das heißt es wird nachgeguckt, ob die Waffen zu Hause richtig weggesperrt wurden. Das halte ich für eine sehr sinnvolle Änderung, auch wenn es ziemlicher Zufall ist, dass man mal einen “ernsten” Fall findet. Dennoch eine gute Möglichkeit. Denn: Es kann auch noch so viel kriminelle Energie vorhanden sein, wenn der Schrank zu ist, ist er zu. Dann gibt es keine Schüsse. Gut, der Amokläufer von Winnenden kannte die Kombination des Waffenschrankes, aber dafür sollen auch biometrische Sperren für die Schränke eingeführt werden.

Letztendlich finde ich es wirklich amüsant, wie nun der Schützenverein reagiert. Wie oft wurde denn schon auf Computerspielern rumgehackt? Wie oft wurden Wir schon kriminalisiert? Etliche Male! Deshalb finde ich es ziemlich lahm und enttäuschend, dass sich die Schützenvereine erst einschalten, wenn sie selbst betroffen sind. Aber so ist eben der Mensch, wie ich letztens in den Pädagogikstunden gelernt habe als wir die Kriminalitätstheorien durchgenommen haben. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich für meinen Teil finde aber auf jeden Fall, dass das Waffenrecht verstärkt werden sollte. Denn schließlich muss man sich die Frage stellen, was schlimmer ist: virtuelles Schießen oder reales Schießen?! Ganz klar die reale Ballerei! Die Amokläufer haben größtenteils ihre Waffen aus Schützenvereinen. Und nicht aus Computerspielen!

Die Internetzensur-Debatte – und meine Meinung!

Unter den jungen Menschen unter euch (und das dürften die meisten sein) ist das Ding schon längst Gesprächsthema Nummer 1: Die Internetzensur und die Diskussionen rund um das Thema. Für die Älteren unter euch, die da was nicht mitbekommen, fasse ich nochmal kurz zusammen, was die Politik unter der Internetzensur versteht.

Die Regierung hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der vorsieht, so genannte DNS-Sperren für Internetseiten mit kinderpornographischen Inhalt einzurichten. Grob gesagt würde vor jeder “KiPo”-Seite ein virtuelles STOP-Schild aufgestellt werden. So war der eigentliche Plan. Im Laufe der Zeit wurde das Gesetz noch erweitert und umfasst nun eine entscheidende Änderung: Jeder Zugriff auf eine kinderpornographische Seite wird mitgeloggt und die IP an das BKA übermittelt. Das heißt konkret: Falls euch jemand einen Streich spielen möchte, sodass ihr möglicherweise eine Hausdurchsuchung habt, ist es nur nötig eine Grafik der gesperrten Seite irgendwo anders einzubinden. Falls du dann auf diese Seite mit der eingebundenen Seite landest, wird auch das Bild der gesperrten Seite geladen und deine IP geloggt. In diesem Falle dürfte die Polizei gegen dich ermitteln, obwohl du rein gar nichts kriminelles getan hast. Auch wenn du vermeintlich auf eine gesperrte Seite gehst und sie anschließend wieder ganz schnell verlässt, kann das eine Verfolgung zur Folge haben. Erschreckende Geschichte oder? Aber so oder so in etwa könnte es bei klein Meier ausschauen.

Die ganz wachen Augen unter euch haben eventuell auch von der Onlinepetition Wind bekommen, die erst vor einigen Tagen eröffnet wurde und schon das Mindestmaß von 50.000 Mitzeichnern erreicht hat. Krasse Sache. Im Moment, in dem ich diesen Artikel schreibe, steht die Anzahl an Unterzeichnern bei 64.427. Das ist eine ganze Menge! Die Onlinepetition ist übrigens dafür, keine STOP-Schilder im Netz aufzustellen. Wie, was?! Über 50.000 Leute im Internet wollen KiPo-Seiten im Netz behalten? Kranke Leute diese Internetfreaks. Doch halt! Da wurde wohl einiges missverstanden, vor allen, wenn man die Beschreibung der Petition nicht richtig durchgelesen hat, wie z.B. der gute Herr von und zu Guttenberg. Er machte bei einem Interview der Tagesthemen folgende Aussage:

Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben. Das ist nun wirklich einer der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht.

Da hat wohl einer nicht richtig gelesen, wenn er überhaupt einmal auf die ePetition geblickt hat. Die Petition gegen die Aufstellung von STOP-Schildern im Internet, ja. Aber nicht gegen die Sperrung von kinderpornographischen Internetseiten. Die Petition kritisiert lediglich die Durchführung der Sperren. DNS-Sperren sind so gut wie wirkungslos. Landet man bei einem STOP-Schild wird 2 Seiten weiter doch erklärt, wie man diese umgeht. Das dauert nicht lange und kann sogar ein Laie. Wie wäre es denn, wenn das BKA die ganze Energie, die in die Ermittlung von versehentlich auf STOP-Schild-Seiten gelangene User darein stecken würde, die Server der zu sperrenden Seiten zu beschlagnahmen und vom Netz zu nehmen? Wäre das nicht viel wirkungsvoller? Meiner Meinung nach ja. Was weg ist, ist weg.

Ich danke für ihre Aufmerksamkeit.

P.S.: Hier findet ihr übrigens alle Videos zu Bundestagsdebatte der Internetzensur. Achja: Die Zensursula, Ursula von der Leyen, war übrigens nicht bei der Debatte und hat sich verzogen.

P.P.S.: Und hier findet ihr ein Interview eines Missbrauchsopfer, dem diese Debatte auch nicht gut tut. Ein weiterer Beweis dafür, wie ignorant die jetzige Regierung doch ist.

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