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Wäre es doof, wenn die Telekom für den Netzausbau Geld von Youtube möchte? | Scatterd

Wäre es doof, wenn die Telekom für den Netzausbau Geld von Youtube möchte?

Zuerst davon gesprochen hat Caschy, der den Blog stadt-bremerhaven.de mit ausgesprochenem Erfolg betreibt (und dennoch nicht abgehoben ist mit seiner Persönlichkeit, das nur nebenbei erwähnt). Thema ist folgendes: Bei der Telekom lahmt Youtube. Das ist mir auch schon häufig aufgefallen, dennoch habe ich gedacht gehabt, das läge irgendwie an mir oder meiner Leitung. Schließlich habe ich nur 3000er DSL (bezahlen tun wir aber für 6000, danke!). Nach Aussagen von dem heutigen Basic Thinking Artikel gab es mindestens eine 3-stellige Zahl an zustimmenden Kommentaren. Das Thema brennt also.

Lobenswert ist schon mal folgendes: Die Telekom hat schnell reagiert und eine Stellungnahme veröffentlicht. Kurzum: Der Youtube-Konsum ist gigantisch. So gigantisch, dass die Netze das nicht mehr leisten können. Ausbauen muss man das Gedraht, damit es für den Nutzer wieder komfortabel wird. Einziger Haken dabei, ihr könnt es euch schon denken: Das kostet. Und zwar eine Menge. Jetzt ist die Telekom nicht einer der günstigsten Anbieter, klar. Aber letztendlich laufen auch die anderen Provider, die billigere Tarife haben, über deren Netze. Die müssen aber nichts für den Netzausbau zahlen. Jetzt ist die Telekom nicht bereit die Kostenlast alleine zu tragen. Die Frage ist nun, wer zahlt dann?

Die Kunden könnten zahlen. Tun sie ja jetzt schon, aber etwas mehr könnte es sein. Zum Beispiel eine Pauschale für Youtube. Oder generell für die Nutzung von Videoportalen. Das würde aber einen Aufschrei geben, denke ich mal. Andererseits: Im Mobilfunknetz gibt es auch Tarife für die Nutzung von Skype. Auch wenn der Sinn der Skype-Pauschale nicht das hohe Datenaufkommen, sondern eher dafür da ist, das Ignorieren von normalen Anrufen zu refinanzieren, so ist es im Grunde genommen das selbe.

Anderer Vorschlag von meiner Seite: Statt der Kunden, könnten auch die anderen Netzprovider zur Kasse gebeten werden. Wie wäre es damit, dass jeder Provider, der einen Kundenanteil von mehr als 5 % hat und das Telekomnetz nutzt, einen prozentualen Anteil für die Netze ausgeben muss?

Noch ein anderer Vorschlag, diesmal zu Lasten der Netzneutralität (?): Die Contentprovider selbst müssen zur Kasse greifen. Heißt im Klartext, dass die großen Trafficverursacher auch einen Teil der Leitungen zahlen sollen. Schließlich kassieren sie Unmengen an Werbegeldern. Die Frage hier ist natürlich, wo man die Grenze zieht. Ich persönlich denke, dass nur die großen Traffic-Kanten auch zahlen sollten, damit die Start-Ups es nicht noch schwerer haben.

Davon mal ab: Was haltet ihr von der letzten Idee? Ist das unfair gegenüber der Contentindustrie? Ein doofer Gedanke ist das schließlich nicht. LKW’s müssen ja auch Maut zahlen. Also was wäre verkehrt daran, Youtube zur Kasse zu bitten? Schließlich profitieren doch die Nutzer daran (und natürlich auch die Telekom, da sie nicht den Netzausbau alleine zahlen muss). Die Netzneutralität wird aber meiner Meinung nach nicht gefährdet, denn letztlich wird ja nicht ein Videodienst bevorzugt. Hoffe ich zumindest. Man muss da halt das Kleingedruckte lesen in den Verträgen.

Am Ende noch eine kleine Umfrage:

Wer soll den Netzausbau finanzieren?

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  1. Also ich finde den Vorschlag – bzw. die Vorschläge – erlich gesagt weit hergeholt, nicht sinnvoll und nicht realisierbar.

    1. Kunde bezahlt dafür, dass er YouTube aufrufen darf: Wäre technisch machbar, doch dann würde keiner mehr auf YouTube wollen und/oder falls nicht alle Provider mitmachen, welchselt der Kunde eben (und das völlig zurecht!).
    2. Kunde bezahlt für Videoportale allgemein: Lässt sich technisch nicht realisieren. Man müsste dann schon alle interaktiven Elemente sperren, so dass kaum eine Seite noch so aussieht wie sie es heute tut.
    3. YouTube zahlt an die Provider: YouTube bzw. Google zahlt bereits die eigenen Infrastruktur. Für den Zugriff ist der Kunde zuständig. Doch selbst wenn Google dennoch mitspielt, würden die ihr Geld wiederum von den Videoerstellern (also u.a. den Firmen die damit auch Geld verdienen) zurückholen, womit das Projekt YouTube wieder auf der Kippe steht.

    Wie man es dreht und wendet, ich finde keinen sinnvollen und realisierbaren Ansatz. Bei Skype ist das etwas anderes, da wird VoIP vom Provider gesperrt – etwas das sich verhältnismäßig leig realisieren lässt. Und der Grund ist vermutlich gar nicht mal die Bandbreite (der Kunde bezahlt schließlich für seine Frei-MB und anschließend pro genutzten MB), sondern vielmehr die Angst dass niemand mehr über das herkömliche Telefonnetz telefoniert. :)

    Im übrigen glaub ich auch, dass YouTube so ein großer Verbraucher gar nicht ist. Ich werfe mal Rapidshare und P2P-Netze in den Raum. Darf man diversen Statistiken glauben, wird darüber der meiste Traffic verursacht.

    Ansonsten ist das aber ne ganz nette Idee: :)

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  1. 26. Mai. 2011
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