Multi-Messenger im Vergleich – und ein Minuspunkt für die Hälfte

Gerade gestern ist erst ein neuer Build von Digsby released worden. Und ich habe gestaunt, wie toll das Ding doch jetzt aussieht und was es alles kann. ICQ, MSN, Jabber, Facebook, Twitter. Einfach alles! Und das alles gratis. Niente muss man zahlen. Klingt auf den ersten Blick nicht übel, bis ich mich an meinen (vor einigen Monaten) ersten Versuch machte, das Ding zu installieren. Letztere verlief eigentlich recht problemlos, außer die Werbung, die dem User bei der Installation „angeboten“ wird, störte. Aber das machte auch nichts, Häkchen weg und fertig. Also, warum nicht Digbsy? Oder Miranda? QIP? Welcher denn nun? 5 Messenger im Rund-um-Schlag.

Digsby

Den Anfang macht mal Digsby. Digsby bietet alles, was der User braucht: Die am häufigsten verwendeten Protokolle und Anbindung an die bekanntesten Social-Network Dienste wie Facebook oder Twitter. Ja, sogar das GMail-Konto kann man mit diesem -im wahrsten Sinne des Wortes- Multi-Messenger abfragen. Nur das Programm ist wohl angeblich auf Englisch, was aber eigentlich den jungen PC-Nutzer nicht bremsen dürfte. Für alle Freunde visueller Unterhaltung hier noch ein Video von all dem, was Digsby kann.

Trillian

Trillian dürfte manchen von euch geläufig sein. Es handelt sich ebenfalls um einen Multi-Messenger. Seit der Relaunch von Trillian, was sich nun mit dem Zunahmen Astra schmückt, unterstützt auch Trillian Astra eine schier Unmenge an Protokollen. MSN, ICQ, YAHOO, AIM, aber auch IRC oder auch Social-Networks wie Twitter, Myspace und Facebook sind von der Partie. Eigentlich bleiben auch hier keine Wünsche offen. Das Ding gibts sogar in Deutsch. Aber leider gibt es eine Sache, die mich bei Trillian Astra und auch Digsby ordentlich nerven.

IM-Passwörter in der Serverwolke

Eigentlich machen Trillian und Digsby so einiges richtig. Nach meiner kleinen Anekdote im obigen Teil dieses Artikel fragt sich der findige und eifrige Mitleser (und Denker) zurecht: Ja, warum hast das Moppet denn nicht auf deinem PC, wenn es so genial ist? Die Antwort darauf ist eigentlich schnell beantwortet: Beide Messenger speichern sämtliche IM-Daten, also eure Passwörter zu euren Account, die ihr im Programm hinterlegt, auf dem hauseigenen Server. Man erstellt beim ersten Start des Programms einen Account bei dem Hersteller des Multi-Messengers und verknüpft dann alle IM-Accounts, wie ICQ, AIM oder Twitter, mit diesem einen Account. Die Daten werden also nicht auf deinem Computer abgespeichert, sondern zentral im Netz. Das hat natürlich auch Vorteile: Man kann sich mit nur einem Benutzernamen und einem Passwort auf sämtliche verknüpfte Accounts einloggen. Für mich gehören meine Passwörter immer noch auf meinen PC. Auch, wenn die Hersteller versprechen, alles verschlüsselt zu übertragen, ist mir nicht so ganz wohl bei dem Gedanken, meine History oder Accountdaten liegen irgendwo, auf irgendeinem Server rum. Das will ich einfach nicht. Meine Daten gehören auf meinen PC. Aber, was tun?

Miranda

Also begibt man sich auf die weitere Suche nach Messengern. Im Laufe der Zeit wird man an Miranda nicht vorbeikommen. Dabei handelt es sich um einen Open-Source Multi-Messenger. Auch hier sind keine Grenzen gesetzt. Alle Protokolle aufzuzählen wäre wohl etwas fehl am Platze. Ich bin sicher, Miranda hat das, was du willst. Miranda hat alles. Aber dort liegt auch das Problem: Miranda hat soviel, dass es für einen Laie kaum zu überblicken ist. Die Installation von Plugins fällt sogar einen erfahrenen Nutzer schwer. Ich habe jedenfalls keine Lust, mich erst stundenlang mit dem Einbau von Plugins rum zuquälen, bevor ich den Messenger so habe, wie ich ihn haben möchte. Also fällt Miranda für mich auch weg. Bleibt aber leider nicht mehr viel an Messengern übrig.

QIP

QIP habe ich sehr lange Zeit genutzt. Ich war sehr zufrieden damit. QIP ist einfach. QIP funktioniert. Einfach nur chatten. Mehr will ich nicht. Ich will keine dämlichen Spiele. Keine dämliche ICQ 6 Kirmes-GUI. Es gibt nun auch eine neue Version von QIP, schimpft sich QIP Infium. Die hat mir aber nie gefallen. Ich habe immer den alten, QIP 2005, genutzt. Das Blöde war halt nur, dass dieser nur das ICQ-Protokoll unterstützt und Dateiübertragungen so gut wie nie funktionierten.

qutIM

Komischer Name, super Messenger. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, qutIM ist ein Klon von QIP. Es hat beinahe dieselben Funktionen, das selbe Aussehen. Nur mehr Protokolle unterstützt das Dingen. Gut, so viele sind es jetzt nicht. ICQ, Jabber, IRC und ein paar andere russische Dienste (der Programmierer kommt aus Russland). Im Netz werden die Daten aber nicht abgelegt. qutIM ist für mich ideal. Nur leider werden Social-Networks nicht unterstützt. Ein paar lassen sich meiner Meinung nach durch Plugins ergänzen. Aber da ich solche Dienste eh nicht in einem Messenger nutze, ist mir der Kram egal.

Ich habe qutIM erst seit kurzer Zeit im Einsatz, bin mir aber relativ sicher, dass ich erstmal dabei bleiben werde. Ja, selbst die Chat-Historien lassen sich von etlichen IM’s über den integrierten History-Manager importieren. Bei mir und QIP wollte das aber nicht so recht klappen. Eigentlich schade.

Aber ich denke trotzdem, dass qutIM mein neuer Dauerkandidat sein wird. Letztendlich muss ja jeder selber wissen, welchen Messenger er verwenden möchte. Ich bin aber mit qutIM sehr zufrieden.

6 Gedanken zu „Multi-Messenger im Vergleich – und ein Minuspunkt für die Hälfte“

  1. Ich kann den Multimessenger nur empfehlen. Es ist schon recht nervig gewesen, sich immer in so vielen verschiedenen Portalen anmelden zu müssen um wirklich mit allen seinen Freunden in kontakt zu bleiben. Also ich möchte Ihn nun nicht mehr missen! Schaut Euch doch mal an was so ein Messenger alles kann. Haben auch gerade bei uns im Blog darüber berichtet! Schaut gerne mal vorbei! http://www.7mobile-blog.de/multimessenger-touchscreen-handy-instant-messenger/

    LG aus Hamburg

  2. Hallo …

    Wie ich sehe wurde hier Miranda als Eierlegende Wollmilchsau beschrieben, bei der nur leider die Anleitung auf Schwedisch ist.

    nur mal so am Rande. Es gibt auch fertig vorkonfigurierte Miranda Pakete. Davon sind einige auch gar nicht mal so schlecht. Zumindest im Vergleich zu QIP sind sie hier doch deutlich angenehmer.

  3. Ich persönlich bevorzuge ja als Multimessenger Pidgin, auch wenn es dafür keine Skype-Unterstützung gibt.
    Einfach runtergeladen, installiert, hat funktioniert und funktioniert auch weiterhin reibungslos (obwohl es hin und wieder mal kurzfristige Hakeleien mit ICQ und AIM gibt…).

  4. Hallo!
    Also mit Miranda muss ich dem Autoren schon recht geben. Es war lange Zeit sehr schwierig, die „richtigen“ Plugins zu identifizieren und korrekt zu konfigurieren. Seit Miranda 0.8 find ich das aber nicht mehr so kompliziert. Die Kontoverwaltung wurde stark vereinfacht, und wenn man erstmal seine Chatkonten / -Protokolle eingerichtet hat, funktioniert das Ding schonmal ganz toll.

    Nun kann man sich natürlich totkonfigurieren mit all den tollen Plugins, die für Klickibunti sorgen. Wer das nicht will, sondern lieber etwas Funktionales hätte, der kann sich das schenken. Allerdings – ich will es nicht leugnen – fehlen doch einige Must-Have-Plugins im Standardpaket. Ein besseres Nachrichtenfenster und eine bessere Verwaltung der History. Naja, dann kann man aber schon sofort anfangen.

    So und nun die Vorteile: Miranda lässt für fast jedes Feature eine Möglichkeit offen und es ist sehr gut konfigurierbar. Wenn man z.B. eine Liste von Standardsprüchen haben will (Schnellnachrichten auf einen Klick), gibt es ein Plugin. Es gibt eine Rechtschreibkontrolle, es gibt Geburtstagserinnerungen. Ein ausgefeilter Spamblocker für ICQ.
    Ja, das meiste bietet auch Pidgin. Nur irgendwie nicht ganz so mächtig, nicht so einstellbar … Ganz toll ist aber die Verschlüsselung. Natürlich ist OTR verfügbar für Pidgin-Clients und Co. Aber wenn man Miranda-Kontakte hat, können beide SecureIM nutzen, das noch komfortabler und transparenter arbeitet als OTR.

    Ich seh schon, ich werde irgendwann eine eigene Miranda-Version zur Verfügung stellen, die den Praktiker anspricht. Kein Schnickschnack, aber viele Möglichkeiten. Oder ich schreib ne gute Anleitung dazu.

  5. Vorgefertigte Mirandapakete sind wirklich nicht schlecht und vereinfachen die Nutzung enorm. Für alle, die mit der normalen Einrichtung von Miranda überfordert sind, sicherlich eine schöne Alternative 🙂

    Pidgin ist auch nicht schlecht. Allerdings habe ich so das Gefühl, dass sie langsam nicht mehr mit der Entwicklung (auch Designtechnisch) mithalten.

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