Kulturflatrate – Ja oder Nein?

Gerade bin ich durch den Netzpolitik Blog auf ein Interview auf telemedicus gestoßen. In dem Interview mit Till Kreutzer geht es um das Urheberrecht und die Informationsgesellschaft. Letztendlich kommt man auch auf das Thema Kulturflatrate zu sprechen. Diese wäre der Meinung von Dr. Kreutzer wohl die idealste Lösung für die derzeitigen urheberrechtlichen Probleme.

Zunächst einmal: Was ist überhaupt eine Kulturflatrate? Mit Kulturflatrate bezeichnet man eine Abgabe jedes Bürgers an den Staat. Durch diesen von jedem Bürger des Landes gezahlten Betrag wird im Gegenzug dazu das Tauschen von Musikstücken oder Filmen in Tauschbörsen legal. Die Kulturflatrate zieht also grundlegende Änderungen im Urheberrecht mit sich.

Es gibt sogar schon praktische Umsetzungen der Kulturflatrate. So hat sich der Inselstaat Isle of Man dazu entschieden, die Kulturflatrate einzuführen. Begründet ist das mit der Tatsache, dass das Breitbandnetz auf der Insel gut ausgebaut sei. Die Kulturflatrate macht sich auf der monatlichen Rechnung nur durch zusätzliche 50 Cent bis einem Euro bemerkbar.

Ich bin ganz klar ein Befürworter dieser Idee. Denn: Raubkopierer wird es immer geben und durch zusätzliche Kopierschutzmechanismen oder Gesetzesverschärfungen wird das Problem nicht gelöst, sondern meiner Meinung nach nur noch verschlimmert. Wenn man von der derzeitigen Situation ausgeht, dann würden die Künstler mit einer Kulturflatrate mehr davon profitieren, als ohne.

Doch was meint ihr? Haltet ihr die Kulturflatrate für eine gängige Lösung? Stimmt jetzt ab oder schreibt mit in die Comments!

[poll id=“8″]

4 Gedanken zu „Kulturflatrate – Ja oder Nein?“

  1. Ich habe mich zwar nicht großartig informiert darüber. Aber wenn der Preis dieser Flatrate bei 50Cent bis 1€ bleibt bin ich dagegen. Das ist für Kulturgut einfach zu wenig. Davon kann sich keine Band einen Leib Brot kaufen die noch im Wachsen ist. Ihre Instrumente und ihre Zeit ist damit in keinster Weise finanziert. Bzw. Wenn unsere 82Millionen Einwohner deutschlands alle das machen würden wären somit nur maximal 82Millionen € auf dem Konto. Und davon soll man so viele unzählichen Bands auf der Welt finanzieren und Promoten?! Denn ich denke es ist nicht nur das Kulturgut des Landes gemeint.

    Wird dieser Preis angepasst so das er auch gerechtfertigt ist finde ich es eine äußert ansprechende Idee.

    1. In Deutschland würde die Abgabe natürlich höher ausfallen. Das heißt, ich gehe mal davon aus, dass sie höher sein wird. Denn wie du schon sagtest, kann man mit einem Euro pro Bürger keinen Künstler finanzieren.

  2. Ich bin definitiv dagegen., Jeder Bürger soll dass zahlen, was er sich holt. So ein Pauschalpreis erinnert mich an die GEZ. Z.B „darf“ ich GEZ zahlen, weil ich Internet habe. Dass ich weder die Online-Dienste der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nutze noch vorhabe dies zu tun, interessiert nicht – zahlen muss ich trotzdem. Genauso wäre es mit so einer Kulturflatrate. Wenn ich mir z.B. nichts hole, oder mir weniger holen würde,als ich normalerweise zahlen würde, hab ich quasi „Pech“. Genauso muss dann jeder gleich viel zahlen, obwohl er vll. nur 1/100 von dem holt, was ein anderer saugt. Sozial gerecht finde ich sowas nicht.

    Das „alles-gehört-jedem“ Prinzip funktioniert einfach nicht.

    1. Das erinnert mich an ein Zitat. Ich weis nichtmehr woher ich es habe, aber is dennoch lustig.

      Eine Frau schrieb:
      „letztens klopfte die GEZ bei mir. Ich sagte ihnen das ich TV und Radio bezahlte. Der GEZ-Mann guckte mich an und meinte ‚aber sie haben einen Rechner. Ein Internetfähiges Gerät‘. Ich meinte darauf ‚Ich habe auch eine Gebärmutter die benutzbar ist. Kann ich da auch Kindergeld beantragen? Die Vorraussetzungen sind doch erfüllt'“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.