Mehr Wahlbeteiligung durch Onlinewahlen?

Die Wahlbeteiligung der diesjährigen Bundestagswahl war erschreckend niedrig und hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. So lag diese nur auf 70.8 %. Das ist ein alarmierender Wert, wenn man bedenkt, dass 2005 ebenfalls nur 77 % bei den Wahlen waren. Mal zum Vergleich: 1972 lag die Beteiligung auf stolzen 91 %! Danach war die Kurve praktisch nur noch eine Talfahrt und findet dieses Jahr einen neuen Tiefpunkt. Ich finde es recht schade, wenn ich Gründe wie „Keine Lust“ oder „Warum soll ich zur Wahl gehen?“ höre. Meiner Meinung ist es eine demokratische Pflicht zur Wahl zu gehen.

Wahlbeteiligung_Bundestagswahlen_Deutschland

Doch was hilft? Wie kann man die Wahlbeteiligung wieder bergauf führen? Nun ist die Idee auf Onlinewahlen aufgekommen. So soll man demnächst mit dem Browser die Partei der Wahl anklicken können und so seine Stimme abgeben. Laut einer Forsa-Umfrage des Branchenverbands BITKOM hätten 20 % der Nichtwähler ihre Stimme online abgegeben. Das entspräche einer Steigerung der Wahlbeteiligung um 6 Prozent. Damit kämen wir dann auf ca. 76 % Wahlbeteiligung, was aber immer noch sehr niedrig ist. Dies ist aber nur ein theoretischer Wert. Man könnte auch die Onlinepetitionen als Beispiel anführen. Die Beteiligung an dieser Plattform steigt von Tag zu Tag. Hat man vor einigen Monaten noch damit gekämpft, die 50.000 Pflichtunterschriften zusammen zu bekommen, so ist es heutzutage kein Problem mehr zu einem brisantem Thema die Hürde zu knacken. Nicht ganz unschuldig daran sind Web 2.0 Dienste wie Twitter oder Facebook, in denen sich in kürzester Nachrichten verbreiten lassen.

Allerdings bringen die Onlinewahlen auch Risiken mit sich: So könnte man theoretisch das Passwort eines anderen Bürgers knacken und so die Wahl beeinflussen. Oder man hackt sich sofort in die Datenbank der Wahl und verändert das Ergebnis nach belieben. Es müsste praktisch ein Schutz geschaffen werden. Eine Möglichkeit wäre das: Mit der Wahlkarte, die man per Post erhält, bekommt man auch einen Schlüssel, der in der Wahlkarte steht. Will man dann online abstimmen, so könnte man dies unter der Angabe der Personalausweißnummer sowie dem Schlüssel tun. Die Kombination aus diesen beiden langen Zeichenketten wäre praktisch unknackbar. Wobei man dazu sagen muss, dass nichts unmöglich ist und auch diese Möglichkeit nicht hunderprozentige Sicherheit gewährt. Zudem ist die Wahl unter Angabe der Personalausweißnummer nicht mehr anonym.

Ein schwieriges Thema also. Oder was meint ihr? Pergament oder digitales Papier?

2 Gedanken zu „Mehr Wahlbeteiligung durch Onlinewahlen?“

  1. Zuerst mal das Lobenswerte:
    Lese deinen Blog schon läner 🙂 auch wenn mal nix kommt ^^ Find du schreibst gute sachen!

    Zum Topic:
    Onlinewahlen halte ich für sinnfrei. Warum hast du schon gut beschrieben. Und auch das beinahe Unknackbare ist knackbar. Auch dafür bräuchte man sich nur auf die Server cracken und dann die daten herraus finden der Wähler. Denn Die Idendifikationsnummer auf dem Wahlschein sowie der Perso müssen irgendwo dort hinterlegt sein. Beides verbinden (da der Name automatisch in der Adresse vom Wahlschein steht nich schwer) und schon is auch die hürde für Cracker genommen.

    Ein anderer Lösungsansatz wäre das die Politik sich endlich mal wieder poulär machen sollte. Nicht ohne grund waren es früher so viele Wähler.

    Das Jetzige Wahlpogramm der einzelnen Partein war teils sehr Lahm. Kein wunder das Horst Schlämmer so gut abgeschnitten hätte… Ich wette, wenn man ihn hätte wählen können währen mehr wählen gegangen.

    Leider wird auch die Atracktivität der Wahl von mal zu mal schlimmer und eintöniger.

    Ein Beispiel sind die Aufgeseten gesicher der Politiker auf Wahlplakaten. Forscher und analysten von Plakaten die wissen wie man sie an den Mann bringt wurden in einer Reportage (schon paar tage her) gefragt wie man es richtig macht. In einer Belebten Straße, viele Plakate wurden dann OPlakate einer Fiktiven Partei die symbolisiert wurde durch eine Redaktörin aufgehängt. Passanten rausgegriffen und ihnen ein Gerät aufgesetzt welches das Auge kontrolliert wohin es schaut. FDP hat Trotz tollem Gelb keinen Blick eingeheimst. Bei Merkel waren es schon mehr. Die Fiktive Partei wurde bei jedem Plakat gesehen. Und das im Berufsverkehr beim autofahren. Man stelle sich die Frage wo unsere Steuergelder am ende hingehen um solche Plakate der Partein zu finanzieren (denn die werden am 1% finanziert!)

    Fazit:
    Für mich ist ganz klar die Politik selbst daran schuld das die Wahlbeteiligung so niedrig ist. Denn sie bietet nix mehr, keine inovationen etc. Das müsste geworben werden wei ein Pordukt mit update (beispiel das EierPhone).

    PS: Ich war wählen 😉 Erstwähler.

    1. Hey Gorsi, danke für deinen Comment und für die warmen Worte! 🙂

      Das Problem ist einfach auch, dass die Parteien noch nicht im Onlinewahlkampf angekommen sind. Das liegt auch daran, dass unserer Gesellschaft eher älter ist und mit dem “bösem Internet” bloß nichts zu tun haben will. Kein Wunder, wird das Netz doch immer als Dienst der Kriminellen dargestellt, wo man nur Kinderpornos, Songs und andere illegale Sachen machen kann. Dabei bleibt das wahre Potenzial dieser kraftvollen Innovation immer versteckt. Und das ist echt schade.
      Für den nächsten Wahlkampf wünsche ich mir auf jeden Fall auch mehr Innovationen und einen spannenderen Wahlkampf.

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