Wer ist denn jetzt der Sündenbock? Killerspieler oder Schützen?

Als ich heute die Zeitung aufschlug, sprang mir ein interessanter Artikel ins Auge, den ich natürlich sofort lesen musste. Es ging in dem Artikel um die Verschärfung des Waffenrechts, was bei einigen Schützenvereinen und Sportschützen natürlich auf wenig Anklang stößt. So sind viele sehr empört darüber und meinen, dass nun sie die Sündenböcke für die Amokläufe seien und dass es schwarze Schafe doch immer gäbe, unabhängig davon, ob das Waffengesetz nun verstärkt werde oder nicht. Bis hier hin erst einmal.

Ich finde das schon recht amüsant. Euch ist doch sicher auch noch die Killerspieldebatte im Kopf, oder? Dort wird vor allen der virtuelle Gebrauch der Waffe angekreidet. Es geht sogar soweit, dass „Killerspiele“ ganz vom deutschen Markt verschwinden sollen. Viele, auch bestimmt die Schützenvereine, fanden diese Änderung sicherlich wünschenswert. Bloß reagieren selbige, die vorher noch fleißig die CDU gewählt haben, sehr sensibel darauf, wenn man ihnen ihre reale Waffe wegnimmt. Das ist einfach nur köstlich anzusehen.  🙂

Doch was sieht das neue Waffengesetz denn eigentlich vor? Unter anderem werden verdachtsunabhängige Kontrollen vorgenommen. Das heißt es wird nachgeguckt, ob die Waffen zu Hause richtig weggesperrt wurden. Das halte ich für eine sehr sinnvolle Änderung, auch wenn es ziemlicher Zufall ist, dass man mal einen „ernsten“ Fall findet. Dennoch eine gute Möglichkeit. Denn: Es kann auch noch so viel kriminelle Energie vorhanden sein, wenn der Schrank zu ist, ist er zu. Dann gibt es keine Schüsse. Gut, der Amokläufer von Winnenden kannte die Kombination des Waffenschrankes, aber dafür sollen auch biometrische Sperren für die Schränke eingeführt werden.

Letztendlich finde ich es wirklich amüsant, wie nun der Schützenverein reagiert. Wie oft wurde denn schon auf Computerspielern rumgehackt? Wie oft wurden Wir schon kriminalisiert? Etliche Male! Deshalb finde ich es ziemlich lahm und enttäuschend, dass sich die Schützenvereine erst einschalten, wenn sie selbst betroffen sind. Aber so ist eben der Mensch, wie ich letztens in den Pädagogikstunden gelernt habe als wir die Kriminalitätstheorien durchgenommen haben. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich für meinen Teil finde aber auf jeden Fall, dass das Waffenrecht verstärkt werden sollte. Denn schließlich muss man sich die Frage stellen, was schlimmer ist: virtuelles Schießen oder reales Schießen?! Ganz klar die reale Ballerei! Die Amokläufer haben größtenteils ihre Waffen aus Schützenvereinen. Und nicht aus Computerspielen!

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