Google Health – wird Google zu mächtig?

Google hat Updates für seinen Google Health Dienst durchgeführt, die unter anderen die Visualisierungen von bestimmten Krankheitsverläufen verbessert. Doch halt, wovon spreche ich eigentlich? Kennst du Google Health nicht?

Google Health ist ein weiteres Onlinedienst von Google, bei dem du deine eigene Krankenakte anlegen und mit anderen tauschen kannst. Darüber hinaus lassen sich die Daten mit Krankenhäusern und Ärzten austauschen, sodass eine schnellere Kommunikation zwischen Arzt und Patient ermöglicht wird. Klingt im  Grunde genommen nicht schlecht oder?

Nur leider vergisst man immer wieder dabei, dass Google nicht allzu pfleglich mit den Daten seiner Nutzer umgeht, wie man es sich wünscht. Hier ein paar Beispiele dazu:

Der Browser Chrome ist Open-Source und wurde von Google entwickelt. Open-Source ist nicht schlecht, wenn das auch komplett stimmen würde. Tatsache ist, dass Google einen Teil seines Codes für den hauseigenen Browser verschlossen hält. Und Tatsache ist auch, dass Chrome richtig Heimweh hat. Neben der Browser ID und Versionsnummer wird zudem noch das Nutzungsverhalten des Users an Google übertragen.

Ein weiteres Beispiel ist der E-Mail Service von Google; nennt sich GMail. Hier erstmal wieder die Vorteile: nahezu unendlicher Speicherplatz. Der Platz für E-Mails wächst jeden Tag um einige MB an, sodass man praktisch mehr als genug hat. Außerdem ist Chatting zwischen den Googlemailnutzern möglich. Jetzt aber die negativen Seiten: Google scannt jede Mail nach bestimmten Keywords durch und speichert so in einer Userkartei, über welche Themen der User so E-Mails erhält. Nun mag der Nutzer von Yahoo und Web.de in die Luft springen, aber Fakt ist auch: sobald du eine E-Mail an einen G-Mail Nutzer schickst, speichert Google ebenfalls deine E-Mail Adresse und kann sie deinem Nutzerprofil zuordnen.

Und jetzt soll man auch noch die Gesundheit Google anvertrauen? Auch wenn man verschiedene Einstellungen zum Datenschutz bei diesem Service einstellen kann, ist mit das nicht so geheuer. Nachdem allen bekannt ist, wie unhandlich Google mit den persönlichen Daten umgeht, wollen sie ausgerechnet bei diesem Dienst eine Ausnahme machen? Ich kann mir das nicht vorstellen. Und auch die Ausmaße von Google’s Macht über alle User möchte ich mir nicht ausmalen: Was hast du als letztes gemacht? Google weiß es. Wen hast du als letztes angerufen? Google weiß es durch Android. Welche Seite hast du als letztes angesurft? Google weiß es durch Chrome. Welche E-Mails erhälst du? Google weiß es durch Google Mail. Welche Foren besuchst du? Google weiß es durch seine Crawler. Welche Hausaufgaben hattest du auf? Google weiß es durch die Suche. Wie krank warst du letztes Jahr? Google weiß es!

Reicht das? Man könnte ständig so weitermachen. Durch Google Health ist es dem Suchmaschinen-Gigant außerdem möglich zu wissen, wie sich deine Gesundheit entwicklen wird, wann du stirbst und wie deine Verwandten na bestimmten Krankheiten gelitten haben. Wie hat sich die Krankheit durch die Familie gefressen? Alle diese Antworten weiß Google! Diese Suchmaschine ist schon viel zu mächtig geworden. Es gibt zwar auch einige gute Seiten. So könnte man z.B. Epidemien voraussehen und Präventionsmaßnahmen einleiten um einen Ausbruch zu verhindern. Vor einiger Zeit hatte Google ja schonmal präsentiert wie sich die Grippewelle ausbreitet. Aber eins darf man hier nicht vergesen: Informationen sind macht. Und Informationen hat Google mehr als genug.

8 Gedanken zu „Google Health – wird Google zu mächtig?“

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  2. Also ich finde irgendwo sollte, bzw. muss es auch Grenzen geben. Google´s Machtstellung schön und gut aber von solch elimentär intimen Bereichen sollte sich auch oder gerade der Web-Gigant fernhalten!!

  3. Dem User bleibt ja letztendlich freigestellt welche Dienste er nutzt.

    Abgesehen davon füttert der User Google mit seinen Information. Dies auch bei Google Health.

    „Informationen sind Macht“ klingt zwar stark, entspricht in diesem Sinne aber nicht ganz der Wahrheit. Informationen sollten eher als Notwendigkeit dargestellt werden.

    Es kommt darauf an wie man diese Informationen einsetzt.

    Etwas wie Google Health hat sicherlich jede Menge Vorteile. Die größten liegen allerdings wohl in der Aktualität und Erreichbarkeit der Daten.

    Ich habe mir Google Health noch nicht angeschaut, sehe aber ein Problem darin, das die Informationen auch durch den Patienten selbst angelegt werden können.

    Als Arzt ist die Akte im Notfall dann nämlich schon nicht mehr zu nutzen. Die Integrität der Daten ist so leider nicht sichergestellt.

    Grüße Sascha

  4. Für mich ist die Frage aber auch, wo Google seine Daten speichert. Angeblich hat niemand außer Google selber eine Ahnung davon, wo die Unmengen an Servern stehen, auf denen alle Daten gespeichert sind.

    „Dem User bleibt ja letztendlich freigestellt welche Dienste er nutzt.“

    Das stimmt so nicht, denn wie schon im Artikel geschrieben, bekommt Google auch deine E-Mail Adresse, wenn du GMail nicht nutzt. Das Ganze ist bei dem Crawler das Selbe: Bist du in irgendeinem Forum angemeldet, kann Google anhand des schon bestehenden Nutzerprofils über dich neue Daten (wie z.B. deine ICQ Nummer) zuordnen.
    Insofern gibt es keinen Ausweg. Google muss man zwangsweiße benutzen.

    Ein weiteres Beispiel für den Datenschutz bei Google sind übrigens die Suchanfragen einer IP, die Google viel länger speichert, als andere Suchdienste wie z.B. http://www.ixquick.com/

  5. “Dem User bleibt ja letztendlich freigestellt welche Dienste er nutzt.”
    Zitat:
    Das stimmt so nicht, denn wie schon im Artikel geschrieben, bekommt Google auch deine E-Mail Adresse, wenn du GMail nicht nutzt.
    >
    Das hat doch nichts mit einem Dienst wie Google Health zu tun. Selbstvertändlich steht es mir frei diesen zu nutzen…oder halt auch nicht.

    Weiter ist es ja klar das Google auch die E-Mail-Adresse der unterschiedlichen E-Mail Partner bekommt, wie jeder andere E-Mail Provider auch.
    Eine Zuordnung wäre anders ja auch gar nicht möglich.

    Für welchen Zweck und ob GMail die Adressen von E-Mail Partnern speichert (und dazu sogar ein Nutzerprofil anlegt) ist mir nicht bekannt. Hier wäre eine Quellenangabe sehr interessant.

    Aber davon mal abgesehen gibt es durchaus andere Anbieter, welche es sich zur Hauptaufgabe gemacht haben personenbezogene Daten zu sammeln.

    Trotz allem hast Du natürlich recht damit, das Google immer wieder negativ in Erscheinung tritt. Problem dabei sind halt immer die Urheber solche Nachrichten. Du hast die Informationen ja sicher auch von irgendeiner Quelle (ist ja auch der normale Weg).

    Ob sich diese Quelle aber letztendlich als vertrauenswürdig erweist steht auf einem anderen Blatt.

    Aber durchaus netter Artikel…hat mich zum Nachdenken verleitet. Nutze trotzdem Google 🙂

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