Wertungen bei Tests nicht nötig?

Neulich habe ich einen interessanten Artikel auf „DerWesten“ gefunden, auf den ich mal eingehen will.

Viele Games-Magazine regeln es auf die selbe Art und Weise. Tests zu den neuesten Spielen werden immer mit einer Prozentangabe am Ende des Reviews bewertet. Doch, wann ist ein Spiel denn „gut“? Über 80 %? Und was sind die Prozente überhaupt noch wert?

Das Internetmagazin 4Players regelt es ganz einfach, wie fast jedes andere Gamesmagazin. Die Spiele werden auf einer Skala von 0 – 100 % bewertet. Ab 75 % gilt ein Spiel, so zumindest bei 4Players, als „gut“. Ab 90 % ist ein Spiel sogar „ausgezeichnet“. Doch, muss es dann gekauft werden? Gelten Spiele unter 80 % überhaupt noch als Kaufempfehlung? Ich beobachte das an mir sogar des Öfteren selber. Das läuft dann etwa so ab: „Hey, haste das neue Far Cry schon gekauft?“, „Nää, hat nur 81 %“. Also nicht kaufen?

Ladenhüter?

Generell gilt in der Spielebranche, dass Spiele mit einer Bewertung unter 80 % zum Ladenhüter verurteilt werden. Es sind die „magischen 80 %“, die dem Spieler zum Kauf bringen. Alles unter 80 ist wohl für den Entwickler eine herbe Enttäuschung. Diese Spiele werden einfach nicht gekauft. Da stellt sich nun natürlich die Frage, wie die Publisher damit umgehen. Denn eines ist klar: Die Publisher wollen auf jeden Fall eine Bewertung über 80. Ansonsten wird das Spiel ja nicht gekauft. Jörg Luibl vom Spielemagazin 4Players sagt dazu folgendes:

[Man] übt gerade bei den Spielen, die nicht eindeutig grandios sind oder sich aufgrund ihres starken Namens ohnehin leicht verkaufen, mehr oder weniger subtilen Druck auf Verlage und Redaktionen aus, um schon im Vorfeld dafür zu sorgen, dass das mittelmäßige Spiel möglichst gut wegkommt: Man lockt z.B. mit dem Start oder droht mit der Einstellung von Werbekampagnen. Man bietet Exklusivdeals an oder sonstwas. Genau so sind mit den Jahren viele zu hohe Wertungen entstanden.

So wird also die Wertung künstlich hochgezogen und das Spiel ist doch nicht das Wert, was der Test versprach. Kein Wunder, dass dieses Bewertungssystem in der Kritik steht.

Ganz weg von der Werteskala?

Ist so eine triviale Wertungsskala überhaupt noch nötig? Martin Lorber, PR Director bei Electronic Arts Deutschland sieht nicht so.

Es gibt sicherlich viele Argumente, die dagegen sprechen. Kein Mensch würde auf die Idee kommen, ein Buch oder etwas in der Richtung mit Prozentzahlen zu bewerten.

Und damit hat er auch Recht. Denn neuerdings gehören Computerspiele wie Bücher zu Kulturgut. Und Bücher werden auch nicht mit Prozentzahlen bewertet. Ein Ansatz, der sicherlich interessant ist. Vielleicht will EA aber auch einfach die mangelnde Qualität ihrer Spiele damit vertuschen. 🙂

Letztendlich sind es aber nur bloße Zahlen. Wenn man sich mit einem Test befasst, sollte man selber sein Urteil fällen. Die Frage ist dann: Was macht das Spiel nicht so gut? Und: Brauch ich das?. Wenn ich bei Far Cry 2 lange Laufwege habe, aber Spaß daran habe, stundenlang mit der Schrotflinte durch die Pampa zu laufen, dann kann ich den Kritikpunkt getrost zur Seite legen.

Was aber auch keinen Fall eintreten soll, ist, dass Spiele künstlich aufgewertet werden. Luibl sagte es treffend:

Nur wenn Schlechtes auch schlecht bewertet wird, kann Gutes überhaupt aus der Masse herausragen.

Und damit hat er völlig Recht! Cheers!

Ein Gedanke zu „Wertungen bei Tests nicht nötig?“

  1. Ich kaufe keine Gaming Magazine mehr seit ich 14 bin. Diese Werte sind sowieso meist geschönt und sagen somit nichts aus. Viele Spiele kriegen schon aufgrund ihres Kultstatus gute Werte obwohl die Spiele immer weniger Qualität haben (bestes Beispiel, wer mag es vermuten, EA). Wenn mich ein Spiel interessiert findet man im Internet genug Meinungen die aussagekräftiger als jeder Magazintest sind.

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